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  Unglück Nachterstedt in Sachsen-Anhalt
   

Auszüge aus der Presseerklärung vom 1. Februar 2010 Pressekonferenz im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt in Magdeburg

„Am 18. Juli 2009 ereignete sich an der Südböschung des Concordiasees in Nachterstedt ein Böschungsabriss von erheblichem Ausmaß. Der Concordiasee ist das teilgeflutete Tagebaurestloch des ehemaligen Braunkohlentagebaus Nachterstedt. Die bergrechtliche Verantwortung liegt bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausanierungsunternehmen. Der Abriss erfasste einen Böschungsbereich von etwa 1,1 km Länge. Die Abbruchkanten weisen Rückgriffweiten bis zu 85 m in das Hinterland auf und besitzen Höhen von bis zu 40 m. Das Volumen der Massenbewegung liegt geschätzt bei circa 2,2 Mio. m³.

Zur Aufklärung der Schadensursache und aufgrund der mit einer akuten Gefährdungslage einhergehenden schwierigen geotechnischen Situation wurde die sofortige Einschaltung eines für das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) Sachsen-Anhalt tätigen Behördengutachters erforderlich.

Am 21. Juli 2009 wurde das Ingenieurbüro Dr.-Ing. Michael Clostermann, Dortmund, gebeten, diese Funktion wahrzunehmen. Aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung hat das Ingenieurbüro Dr.-Ing. Michael Clostermann weitere Gutachter für die Bearbeitung von Spezialfragen herangezogen. Zur Bewertung der Situation und zur Identifizierung möglicher Versagensgründe erfolgte als Grundlagenermittlung zunächst eine umfangreiche Recherche von Archivunterlagen zu den verschiedenen Tief- und Tagebauen im Raum Nachterstedt sowie den unterschiedlichen Maßnahmen zur Vorbereitung der Folgenutzung als Concordiasee. Die Bearbeitung richtet ihren Fokus auf den betroffenen Bereich der Südböschung des Tagebaues sowie die angrenzenden östlichen und westlichen Böschungsbereiche mit den aufgeschütteten Halden 1 bis 4. Der Betrachtungszeitraum reicht von circa 1849 bis 2009. Relevante Themenbereiche und Schwerpunkte sind Altbergbau, Kippen- und Haldensituation, Materialzusammensetzung und -eigenschaften, geologische, hydrogeologische und hydraulische Verhältnisse sowie damit verbundene geotechnische Fragestellungen.“ […]

„Die Arbeiten zur Ursachenfindung wurden durch geotechnische Berechnungen ergänzt. In den Berechnungen werden die Topographie, der Aufbau der Böschung und des Untergrundes, die Grundwassersituation und sonstige Faktoren, wie Altbergbau oder Seismik, berücksichtigt. Die bisherige Modellierung stützt sich ausschließlich auf die Informationen, die bei der Recherche und Durchsicht vorhandener Unterlagen gewonnen wurden.“ […]

„Die durchgeführten Untersuchungen erlauben es jedoch, die möglichen Schadensursachen einzugrenzen. Insgesamt wurden so 14 potenzielle Schadensursachen ermittelt. Für eine weitere Eingrenzung stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt hierzu noch nicht alle notwendigen Informationen zur Verfügung.“ […]

„Eine zutreffende Modellierung erfordert die richtige Bewertung aller Einflussfaktoren in qualitativer und quantitativer Hinsicht. Es ist vorgesehen, im Zuge der weiteren Klärung der Schadensursache einzelne Faktoren auf der Grundlage zusätzlich zu gewinnender Erkenntnisse auszuschließen. Neben dem Fortsetzen der Recherchen sind hierzu Laborversuche und Zusatzerkundungen im Feld unverzichtbar.“ […]

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Ausweitung des Tätigkeitsgebiets

Zwei Jahre nach Firmengründung sind wir inzwischen über das Ruhrgebiet hinaus auch überregional tätig. So arbeiten wir momentan im Saarland, in Ibbenbüren und in Ilsenburg/Harz (Sachsen-Anhalt). Im Saarland sind wir mit der Untersuchung und Sicherung von drei Schachtköpfen beauftragt worden. Darüber hinaus betreuen wir in Ibbenbüren die Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen innerhalb eines Projektes des tagesnahen Bergbaus sowie die Sicherung eines Stollens in Ilsenburg/Harz.

Forschung

Von der RAG Deutsche Steinkohle AG, Herne, sind wir im Rahmen eines Forschungsvorhabens mit der Weiterentwicklung der Sicherung von Schächten der RAG unter Berücksichtigung der technischen und wirtschaftlichen Anforderungen betraut worden.
Transparenz bei Schächten
Pressekonferenz im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt in Magdeburg Unglück Nachterstedt in Sachsen-Anhalt

Der Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU, l), spricht am Montag, 01.02.2010, auf einer Pressekonferenz in Magdeburg über Ursachen des Erdrutsches in Nachterstedt. Rechts der Gutachter Dr. Michael Closterman
Foto: Peter Förster (c) dpa

Online finden Sie weitere Informationen zum Unglück Nachterstedt in Sachsen-Anhalt:

www.welt.de

www.neues-deutschland.de

www.lvz-online.de

Hier finden Sie weitere Beiträge:

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